Dyskalkulie
- was ist das?
In der Regel werden die
Begriffe Rechenschwäche und Dyskalkulie für den gleichen Sachverhalt verwendet.
Rechenschwache Kinder
machen eigentlich die gleichen Fehler wie alle Kinder in allen Altersstufen.
Nur - sie machen die Fehler viel öfter und viel länger. Häufiges Üben führt
leider nicht zum Erfolg. Aufgaben die das Kind heute kann, hat es am nächsten
Tag schon vergessen.
Warum? Weil die
grundlegenden mathematischen Zusammenhänge nicht erkannt wurden. Die Kinder
lernen Lösungswege auswendig, die sie wieder vergessen oder bei abweichender
Aufgabenstellung nicht anwenden können.
Langanhaltende grundlegende
Schwierigkeiten in Mathematik können weit reichende lernpsychologische Folgen
haben. Zum Beispiel kommt ein Kind mit Zählen jahrelang auch ohne jedes
mathematisches Verständnis zu durchaus akzeptablen Erfolgen. Dieses Wissen gibt
dem Kind Sicherheit - ein Infragestellen kann als Bedrohung erlebt
werden. Es wird ein Widerstand gegenüber der Veränderung aufgebaut. Es ist, so
stellt Linda Anderson (1989) fest, als ob sich "im Kopf" des
Lernenden ein Verkehrspolizist befindet, der "manchmal den
Informationsstrom automatisch fließen lässt und manchmal aktiv einschreitet, um
in den Prozess des Verstehens einzugreifen". Wie und was das Kind lernt,
entscheidet das Kind selbst. Es weicht oft stark vom dem ab, was sich
Erwachsene mit ihrem Vorwissen vorstellen können. Deshalb ist es zwingend
notwendig, die gedanklichen Wege des Kindes festzustellen und zu beeinflussen.
Dyskalkulie ist mit
grundlegenden Schwierigkeiten beim Erwerb basialer mathematischer Einsichten
verbunden, die zu fehlerhaften Vorstellungen des Mengenbegriffs, des
Zahlbegriffs und des Operationsverständnisses führen. Dyskalkulie entsteht im
Verlauf der Aneignung mathematischer Zusammenhänge. Dies beginnt schon sehr
früh in der kindlichen Entwicklung. Treten im Kindergartenalter bereits
Defizite im mathematischen Verständnis auf, sollte konsequent beobachtet und
behutsam mit den richtigen Mitteln gefördert werden.
Die entscheidende
Phase für die Entstehung einer Dyskalkulie ist der Anfangsunterricht im Fach
Mathematik. Hier müssen die Kinder "dort abgeholt werden, wo sie sich
gerade in ihrer mathematischen Entwicklung befinden". Bei größeren
Defiziten sollten hier rechtzeitig geeignete Fördermaßnahmen eingeleitet
werden.
Die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert unter Punkt 81.2 die Entwicklungsstörung
"Rechenstörung" Dyskalkulie als "umschriebene Beeinträchtigung
von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch die allgemeine
Intelligenzminderung oder eine eindeutig unangemessene Beschulung erklärbar ist
und vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten betrifft".
Es ist weder die generell mangelnde Fähigkeit zum logischen Denken, noch ein definierter
Ausfall im mathematischen Lernen.
Dies bedeutet, dass ein rechenschwaches Kind in der Regel in anderen
schulischen Bereichen gute bis sehr gute Leistungen erbringen kann. Da das Fach
Mathematik in der Schule und bei den Eltern einen hohen Stellenwert besitzt,
ist der psychische Druck oft enorm hoch. Ein Übergreifen der Probleme in Mathe
auf andere Fächer ist vorprogrammiert. Nach neusten Untersuchungen sind
zwischen 5-7% aller Grundschüler von der Dyskalkulie betroffen. In der Regel
wird eine Dyskalkulie weder diagnostiziert noch behandelt. Schulangst,
Schulabbruch und perspektivische Arbeitslosigkeit können häufig die Folge sein.
Sie möchten Ihrem Kind
helfen? Sie können sich das Online-Training als Dyskalkulietraining aber nicht
vorstellen? Dann rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine E-Mail,
ich erkläre es Ihnen gerne!